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Fahrradtouren
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2. Tag: Breitlahner- Sterzing
 Blick auf die Staumauer |
 Die letzten Kehren |
 Blick von der Staumauer des Schlegeis |
 Vom Schlegeis zum Pfitscher Joch |
 Schiebestrecke |
 Bachüberquerung |
 Tragestrecke im Geröllfeld |
 Schneefeld vor dem Joch |
 Grenzübergang nach Italien |
 Downhill nach Sterzing |
Im schattigen Zemmgrund starten wir am Gasthof Breitlahner um 8:30. Da die Sonne noch nicht über die Berge gekommen war, dachten wir, dass es besser wäre erst mal mit Jacken zu starten – nach 10 Minuten zogen wir die Jacken dann wieder aus. Ab dem Gasthof Breitlahner führt dann die asphaltierte Mautstraße (keine Maut für Fahrräder) gleich relativ steil bergauf. Hierauf folgen dann ein paar Serpentinen bis zum ersten Tunnel. Die sehr gut beleuchteten einspurigen Tunnels waren eine willkommene Abkühlung. Trotz einer vorhandenen Ampelschaltung ist es jedoch ratsam in den Tunnels die Räder zu schieben, da die Fahrbahn sehr schmal ist und sehr hohe Bordsteine hat. Außerdem haben uns die wenigen vorbeifahrenden Autos mit mindestens 80 Sachen überholt (zumindest kam uns das so vor). Insgesamt durchfuhren wir bis unterhalb der Staumauer 3 Tunnels (2 lange und ein kurzes). Die Straße führte uns durch den landschaftlich sehr schönen Zamsergrund bis zum Fuße der Staumauer. Von da an geht es noch mal knackig in Serpentinen und einem Tunnel zur Krone der Staumauer hoch, wo wir kurz den Ausblick auf die Gletscherwelt der Zillertaler Alpen genossen. Entlang des Sees und vorbei an Parkplätzen fuhren wir bis zum Kiosk Zamsgatterl. Hier endet die asphaltierte Straße und es beginnt ein relativ gut befestigter Wanderweg in Richtung Pfitscher-Joch. Bei einer längeren Verschnaufpause versuchten wir für die anstehende Trage- und Schiebepassage nochmals Kräfte zu mobilisieren. Der anfänglich gute Wanderweg (noch befahrbar) wurde nach ca. 700 m immer steiniger und steiler, so dass wir die Räder von dort an lieber schoben um die Abfahrt nach Sterzing noch genießen zu können. Der Weg macht einige Kurven und erreicht dann ein Hochplateau. Auf diesem flachen Weg mussten wir das Fahrrad über einen Bach tragen, an dem wir unsere schon leeren Trinkflaschen noch einmal aufgefüllt haben. Von hier aus konnte man den letzten Anstieg schon gut sehen und erahnen welche Anstrengung uns noch bevor stand. Auf dem immer felsiger werdenden Pfad konnten wir unsere Fahrräder schon gar nicht mehr schieben sondern mussten sie über und durch ca. ½ m hohe Felsen tragen und „wuchten“. Rü hatte hier eindeutig Vorteile, da sein Fahrrad wesentlich leichter war, als das mit 11 kg schweren Backrollern bestückte Fahrrad von Michael. Deshalb brauchte Michael auch nach einer ¾ Stunde erst mal eine Tupperdose voll Trockenobst um seinen Zuckerhaushalt wieder auszugleichen. Zeitweise konnten wir den Weg nicht mehr erkennen, da selbst die großen Felsbrocken schneebedeckt waren. Nach 3 Stunden Schinderei ab dem Kiosk erreichten wir das menschenleere Pfitscher-Joch-Haus auf 2.275 m. Die nun folgende 14 km lange Abfahrt war trotz der tollen Ausblicke keine wirkliche Belohnung für den Aufstieg, da die geschotterte Militärstraße in schlechtem Zustand ist und höchste Konzentration und Ausdauer an den Bremsen erfordert. Im Tal angekommen führt eine sehr breite Straße durch die menschenleere Gegend. Hier begegneten wir einem ca. 60-jährigen Österreicher auf seinem 30 Jahre alten 10-Gang-Trekkingfahrrad, der uns nach dem Weg zum Pfitscher-Joch fragte. Davon abgesehen, dass es bereits 15:30 Uhr war und dicke Regenwolken am Himmel aufzogen, rieten wir ihm in Stein zu übernachten und sich die Überquerung des Alpenhauptkammes noch einmal gut zu überlegen. Nach dem Stausee bei der Ortschaft Ried kam ein nach einem kurzen Anstieg eine sehr schöne Abfahrt.
In Sterzing angekommen erwischten uns die dunklen Regenwolken dann doch noch – jedoch erst in der Fußgängerzone unter einem Regenschirm beim ersten italienischen Capuccino.
Fazit: Für Michael war dies der schönste Tag der gesamten Tour, da er sowohl körperlich an seine Grenzen und bei den herrlichen Ausblicken voll auf seine Kosten kam.
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