Alpenüberquerung 2003

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Tourbericht Tag 1

Am 02.06.03 wurden wir von Michaels Eltern zum Spitzingsee gefahren. Dort bezogen wir unser erstes Quartier in der „Alten Wurzhütte“ direkt am See. Am Nachmittag konnten wir uns dann bei einem Spaziergang zum Blecksteinhaus bei Kaffee und Kuchen so richtig akklimatisieren. Hier machten wir schon Bekanntschaft mit den ersten Waldarbeitern. Beim Abendessen erfuhren wir dann von unserer Wirtin, dass die wegen Bauarbeiten gesperrte Straße Richtung Valepp ab heute 17:00 Uhr wieder geöffnet ist.

Nach endlosem Schnitzelklopfen, was man im ganzen Haus hörte, konnten wir uns endlich ausruhen und auf den ersten Tag einstimmen.

1. Tag: Spitzingsee - Breitlahner

Start an der Wurzhütte
Start an der Wurzhütte
Große Hindernisse im Valepp Tal
Große Hindernisse im Valepp Tal
Abfahrt vom Brandenberg
Abfahrt vom Brandenberg
Aufstieg zum Breitlahner
Aufstieg zum Breitlahner
Rü am Ende
Rü am Ende


Unseren ersten Tag begannen wir bei strahlendem Sonnenschein nach einem sehr guten Frühstück an der Mautschranke ins Valepp-Tal um 9:15 Uhr. An der Schranke hing ein Zettel, dass die Straße zwischen 7:00 und 17:00 Uhr gesperrt ist. Insofern hatte unsere Wirtin nur teilweise recht, was sich bereits nach ca. 4 Kilometern herausstellte, als eine Kabelpflug die ganze Straßenbreite benötigte. Das hieß für uns das erste Mal an diesem Tag absteigen und das Fahrrad ca. 200 Meter zum Teil durch die Baustelle tragen. Bis zum Gasthaus Valepp führt eine sehr gut befahrbare asphaltierte Straße (fast nur bergab), die dann in einen gut ausgebauten Schotterweg übergeht. Dieser beginnt kurz nach dem Gasthaus mit einer kurzen Steigung, überwindet dann die Grenze nach Österreich und führt an Berghängen entlang Richtung Erzherzog-Johann-Klause. Kurz nach dem Grenzübergang kam uns jedoch der erste Mountainbiker entgegen. Auf die Frage, ob dies der richtige Weg zur Erzherzog-Johann-Klause sei, antwortete er: „Eigentlich schon, aber es gibt wegen Baumfällarbeiten kein Durchkommen. Auf dem Weg liegen 4 Meter hoch gestapelt die Baumstämme. Wenn ihr ins Inntal wollt, müsst ihr ums Sonnwendjoch herum und dann den Ursprungs-Pass fahren.“ Michael war sofort klar, dass das geplante Etappenziel dann heute nicht mehr erreicht werden kann und sich die ganze Tour verschiebt – also evtl. auch die Übernachtungen. Das bedeutete für uns, dass wir irgendwie da durch müssen, egal wie. 500 Meter weiter war es dann auch schon soweit. Schier unüberwindlich türmten sich vor uns 4 m hoch die Baumstämme auf dem schmalen Weg auf. Über dieses Hindernis konnte jeder sein Rad noch selbst tragen – es sollte aber noch schlimmer kommen. Keine 100 Meter weiter der nächste riesige Baumstammhaufen. Dieser war jedoch nicht so leicht zu überwinden. Rü musste zunächst auf die Baumstämme klettern und Michael reichte ihm das Rad nach. Das gleiche Spiel am anderen Ende der „Monsterstämme“. Ab diesem Zeitpunkt hörten wir dann die Fichtenmopeds der österreichischen Waldarbeiter. Hinter der nächsten Kurve stand ein LKW mit einer riesigen Seilwinde der den nächsten Baumstammberg anlegte. Diesen konnten wir jedoch am Rand relativ problemlos überwinden, da der Arbeiter nach Zuwinken seine Arbeit an der Seilwinde für uns kurz unterbrach. Völlig sicher, dass uns von unserem Vorhaben jetzt nichts mehr abbringen kann setzten wir entspannt unsere Fahrt in Richtung Erzherzog-Johann-Klause fort. Der gut befahrbare Schotterweg führt schön an der Kaiserklamm entlang zum Kaiserhaus. Von dort führt eine Asphaltstraße bis kurz vor Pinegg. Wir ließen uns von dem Schild „15%-Steigung“ irritieren und bogen nicht wie geplant nach rechts ab sondern fuhren links in Richtung Brandenberg. Dies stellte sich jedoch als sehr anstrengend und schweißtreibend heraus, da wir bei mittlerweile 26° C 400 nicht eingeplante Höhenmeter überwinden und ca. 2 Std. nicht eingeplante Fahrzeit länger fahren mussten . Dafür war die Abfahrt nach Kramsach umso schöner. In Kramsach überquerten wir die Autobahn und fuhren ab Brixlegg am Inn entlang bis Strass im Zillertal. Von dort aus hielten wir uns links der Ziller, was zwar verkehrsberuhigt aber teilweise hügelig war. Bei mittlerweile 30° C im Schatten entschlossen wir uns den Spar-Markt in Fügen anzusteuern um dort im Schatten eine Pause zu machen.

Danach ging es zurück nach Hart und auf dem Zillertal-Radweg bis Mayrhofen. Dieser führt zwar verkehrsberuhigt in der prallen Sonne an der Ziller entlang macht jedoch sehr viele Zacken um Weiden und Wiesen. In Mayrhofen stand Michael kurz vor einem Hitzeschlag und brauchte am nächsten Spar-Markt erst mal eine Verschnaufpause, denn die anstrengendsten Kilometer des Tages sollten ja noch folgen – der Anstieg zum Berggasthof Breitlahner. Mit ca. 80 km in den Beinen ging es von Mayrhofen stetig bergauf in den Zemmgrund. Die durchfahrene Galerie und das gut beleuchtete Tunnel waren nach der Steigung eine willkommene Abkühlung. Landschaftlich ist das Durchfahren des Zemmgrundes sehr schön, da man den ersten 3000ern sichtlich näher kommt und das Verkehrsaufkommen (Straße endet am Schlegeisspeicher) gering ist. Nach 2 Std. Fahrzeit ab Mayrhofen kam endlich ein Hinweisschild: 400 m Breitlahner. Diese 400 m waren sehr steil und aufgrund unserer bereits 99 zurückgelegten Kilometer nicht enden wollend. Um 18:15 Uhr kamen wir dann am Berggasthof Breitlahner an. Nach einer Dusche (auf dem Gang) und einem ausgiebigen Abendessen fielen wir in unsere Betten.